Nach der Kündigung wegen ihrer AfD-Kandidatur hat die ehemalige Hospizmitarbeiterin Martina Müller rechtliche Schritte eingeleitet. «Die Klageschrift ist auf den Weg gebracht», sagte die 60-Jährige in einem Telefonat mit der Deutschen Presse-Agentur. Sie gehe davon aus, dass die Kündigungsschutzklage zeitnah beim Arbeitsgericht Bremen eingereicht werde. «Es ist für mich Neuland. Ich habe noch nie in meinem Leben geklagt.»
Müller arbeitete nach eigenen Angaben als Verwaltungsfachkraft in einem Hospiz der mission:lebenshaus gGmbH in Jever, einer Tochter des Vereins für Innere Mission in Bremen. Bei der niedersächsischen Kommunalwahl tritt sie als AfD-Kandidatin für den Kreistag des Landkreises Friesland und den Gemeinderat Wangerland an. Deshalb erhielt sie jüngst ihre Kündigung – nach 15 Jahren Betriebszugehörigkeit.
Der Verein verwies in einer Stellungnahme darauf, dass Kirche und Diakonie für bestimmte Werte stünden. Die aktive Kandidatur für eine als gesichert rechtsextremistisch eingestufte Organisation stehe in einem schwerwiegenden Spannungsverhältnis zu den Grundwerten und dem Auftrag von Kirche und Diakonie, hieß es. Es gehe darum, die Glaubwürdigkeit des kirchlich-diakonischen Auftrags zu wahren.