Eine Bundesregierung ohne Beteiligung der Union hält der langjährige niedersächsische Bundestagsabgeordnete Jürgen Trittin für unwahrscheinlich. Er gehe davon aus, dass sich SPD und Grüne ein Wettrennen darum leisten würden, wer mit der Union koalieren werde, sagte das Grünen-Mitglied. Mehrheiten links der Mitte seien anders als etwa 2002 nicht erreichbar.
Sollte seine Partei wieder Teil der Bundesregierung werden, werde das nicht ohne Kompromisse gehen. Das sei so in lagerübergreifenden Koalitionen – da gebe es nichts schönzureden. Das gelte aber auch für die Union. «Wenn die CDU im Bund regieren will, wird sie sich in die Mitte begeben müssen. Nur dort gibt es Mehrheiten.» Es stelle sich dann die Frage, ob es wieder zu einer Koalition des Stillstandes aus SPD und CDU komme oder zu einer Koalition, die es schaffe, Sicherheit und Veränderung zusammenzubringen.
CDU und CSU verständigten sich am Dienstag auf Friedrich Merz als Kanzlerkandidat der Union. In der ARD-Sendung «Farbe bekennen» schloss Merz am Mittwoch eine Koalition mit den Grünen «aus heutiger Sicht» aus.