Sie saßen an zentralen Schaltstellen, als die umstrittene Nord Stream 2-Pipeline für russisches Erdgas durch die Ostsee geplant und gebaut wurde. Der ehemalige Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) und der Kanzleramtschef von Schröders Nachfolgerin Angela Merkel, Helge Braun (beide CDU) haben im Untersuchungsausschuss des Schweriner Landtags als Zeugen ausgesagt.
Der während der Befragung zunehmend genervt wirkende Schröder verteidigte den Bau von Nord Stream 2. Auch die Gründung der Klimaschutzstiftung Mecklenburg-Vorpommern, unter deren Mantel die Pipeline nach Sanktionsdrohungen aus den USA 2021 fertig gebaut wurde, sei eine «außerordentlich vernünftige Entscheidung» gewesen, sagte der 81-Jährige, der aus Rücksicht auf seine Gesundheit aus seinem Büro in Hannover zugeschaltet worden war. Schröder hatte im Frühjahr eine Burn-out-Erkrankung erlitten.