loading

Nachrichten werden geladen...

Veröffentlicht mit CMS publizer®

Diskussion um Angstzonen in Hannover - Was tut die Politik?

Präsenz der Polizei soll das Sicherheitsgefühl am Bahnhof Hannover verbessern. (Archivbild) / Foto: Philipp von Ditfurth/dpa
Präsenz der Polizei soll das Sicherheitsgefühl am Bahnhof Hannover verbessern. (Archivbild) / Foto: Philipp von Ditfurth/dpa

Viele Menschen in Hannover fühlen sich unsicher. Die Politik will das ändern und hat einige Ideen. Doch die Probleme sind nicht gelöst, wie eine Gerichtspräsidentin aus eigener Erfahrung berichtet.

Mehr Polizei an öffentlichen Plätzen kann aus Sicht von Niedersachsens Ministerpräsident Olaf Lies (SPD) das Sicherheitsgefühl stärken. «Da müssen wir ran», sagte er im ZDF-«Morgenmagazin», das vom Raschplatz am Hauptbahnhof Hannover gesendet wurde - ein Platz, der von einigen Menschen als unsicher empfunden wird. Bei der Polizei habe es in den vergangenen Jahren einen erheblichen Zuwachs gegeben, so Lies. Es sei wichtig, dass die Beamten und Beamtinnen sichtbar seien. Er nehme es ernst, dass sich Menschen auf öffentlichen Plätzen wie Bahnhöfen unsicher fühlten. «Das müssen wir angehen, indem wir auch wieder ein Gefühl von Sicherheit vermitteln.» Vor allem abends und nachts fühlen sich viele Menschen in Hannover nicht sicher, wie eine Umfrage ergab. 

Hellere Plätze und soziale Angebote für Suchtkranke

Der Ministerpräsident verwies darauf, dass an Bahnhöfen Quattro-Streifen aus Landespolizei, Bundespolizei, DB Sicherheit und Ordnungsamt unterwegs sind. Zudem sollen Maßnahmen wie Kameras und Waffenverbotszonen helfen, die Kriminalität zu reduzieren. Wichtig sei aber auch zu schauen, wer sich an den Plätzen, die als unsicher empfunden werden, aufhalte. Menschen, die arbeiten könnten, sollten Perspektiven bekommen. Menschen, die nicht in der Lage sind, ein geregeltes Leben zu führen, bräuchten entsprechende Anlaufpunkte. «Wir müssen uns darum kümmern», so der Ministerpräsident. 

Hannovers Oberbürgermeister Belit Onay (Grüne) erklärte in der Sendung, dass die Stadt mit verschiedenen Maßnahmen versuche, die Sicherheit und das Sicherheitsgefühl zu verbessern. Dabei seien auch soziale Angebote etwa zur Unterstützung von Suchtkranken und die Gestaltung von öffentlichen Räumen wichtig. In einer dunklen Unterführung fühlten sich Menschen unsicherer als auf hellen Plätzen. 

Beschäftigte des Amtsgerichts haben Angst 

Die Präsidentin des Amtsgerichts Hannover, Christiane Hölscher, kritisierte, dass sich die Drogenszene vom Hauptbahnhof in Richtung des Gerichts verlagert habe. Direkt vor dem Gebäude würden Drogen konsumiert, berichtete sie. «Das Sicherheitsgefühl ist erheblich beeinträchtigt», sagte sie. Einige Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen hätten wegen der Drogenabhängigen Angst, zur Arbeit zu gehen, Menschen wollten nicht zu Terminen kommen. Hölscher verwies darauf, dass Anlaufpunkte für Drogenabhängige früher verteilt über die Stadt gewesen seien. Nun seien Drogenkonsumräume an wenigen Orten konzentriert. Die Probleme seien damit «zusammengekehrt» und nicht gelöst worden.

Copyright 2026, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten