Vor der Gründung der neuen AfD-Jugendorganisation in Niedersachsen hat der Verfassungsschutz auf personelle Kontinuität zur Vorgängerin Junge Alternative hingewiesen – das hat die Partei zurückgewiesen. «Es gibt keine personellen Überschneidungen», sagte der stellvertretende Landesvorsitzende Stephan Bothe der Deutschen Presse-Agentur. Der Landesverband der Generation Deutschland soll am Samstag in Dötlingen (Landkreis Oldenburg) gegründet werden. Dort hat auch die AfD Niedersachsen ihren Sitz.
Der Verfassungsschutz hatte am Dienstag bekanntgegeben, dass er den AfD-Landesverband als extremistische Bestrebung einstuft. In diesem Zuge rückte auch die neue Jugendorganisation in den Blick der Behörde. Auch wenn ein Landesverband in Niedersachsen noch nicht gegründet sei, gehe man von personellen und ideologischen Kontinuitäten zur früheren als rechtsextremistisch eingestuften Jungen Alternative aus, hieß es.
Generation Deutschland folgt der Jungen Alternativen
Behördenchef Dirk Pejril sagte mit Blick auf die bundesweite Gründung der Generation Deutschland: «Die Reden der Delegierten anlässlich des Gründungskongresses Ende November in Gießen, gerade auch aus Niedersachsen, stützen diese Bewertung sehr deutlich.»
Die Generation Deutschland folgte der aufgelösten Jungen Alternative (JA). Diese hatte sich im Frühjahr 2025 aufgelöst, nachdem sich die AfD von ihr getrennt hatte. Der Grund: Die JA war als eigenständiger Verein nur lose an die AfD angebunden. Die AfD hatte wenig Einfluss auf das Verhalten der JA, was bei extremen Vorfällen regelmäßig auf das Image der Partei zurückfiel.
Parallelen zur Jungen Alternative?
AfD-Politiker Bothe sagte dagegen, die Junge Alternative Niedersachsen sei vor Jahren aufgelöst worden. Viele der ehemaligen Mitglieder seien inzwischen zu alt, um noch Mitglied einer Jugendorganisation sein zu können. Die Generation Deutschland sei eine neue Institution. «Sie ist bewusst so konstruiert worden, dass die AfD dort die Hand drauf hat und gegen jede extremistische Bestrebung dann auch vorgehen kann.»
Nun gebe es ein neues Personaltableau und eine neue Ausrichtung. «Wir haben aus den Konstruktionsfehlern der Vergangenheit gelernt und beginnen hier einen Neustart», sagte Bothe.
Ministerium und Verfassungsschutz wollen Gründung beobachten
Auch die Sicherheitsbehörden richten ihren Blick auf das Treffen am Samstag in Dötlingen. Das Innenministerium und der Verfassungsschutz würden die Gründung «sehr genau beobachten», sagte ein Ministeriumssprecher. «Die Reden, die dort gehalten werden, werden natürlich analysiert.»
Nach Angaben des Landkreises sind für Samstag zwei Demonstrationen rund um die Veranstaltung angemeldet: eine Mahnwache mit etwa 150 Teilnehmern sowie ein Demonstrationszug vom Bahnhof Brettorf zum Veranstaltungsort mit rund 200 Teilnehmern.
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