Die umstrittene Erdgasförderung nahe dem Wattenmeer vor der Nordseeinsel Borkum könnten nach Einschätzung eines Wissenschaftlers in den kommenden Jahren das Feld für weitere Gasbohrungen bereiten. Es bestehe die Gefahr eines sogenannten «fossilen Lock-in», sagte Pao-Yu Oei, Wirtschaftsprofessor an der Europa-Universität in Flensburg, in einem Pressegespräch. Das bedeute, wenn durch einen Einstieg in die Gasförderung erst einmal Know-how und Ressourcen vorhanden seien, könne es aus wirtschaftlicher Sicht günstig sein, weitere Gasfelder zu erschließen.
«Weil jede weitere Bohrung ist dann ein bisschen günstiger als die davor.» Hohe Investitionskosten könnten so durch weitere Gasförderungen in benachbarten Feldern verteilt werden, sagte der Experte für Energiewende-Themen. Dabei verfolge Deutschland gleichzeitig das Ziel, bis 2045 klimaneutral zu werden.
Der niederländische Energiekonzern One-Dyas, der die Erdgasförderung vor Borkum vorantreibt, hat bereits weitere Gasfelder in der Nordsee, über das vor Borkum hinaus, im Blick.