Zur Bekämpfung der schlimmsten Waldbrände in Spanien seit Jahrzehnten bereiten sich deutsche Feuerwehrleute aus Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen im Westen des Landes auf ihren Einsatz vor. Kurz nach der Ankunft in Aldeanueva del Camino in der Region Extremadura begannen die insgesamt 67 Einsatzkräfte, ihr Camp aufzuschlagen. Dort ganz in der Nähe, in Jarilla, wütet einer der größten Waldbrände, bei dem bereits mindestens 15.000 Hektar verbrannten. In Portugal gab es am Dienstag noch vier große Waldbrände.
Auch Frankreich, Italien und Finnland schickten Helfer und Löschflugzeuge, die Niederlande, Tschechien und die Slowakei Löschhubschrauber. Wirklich helfen würde aber vor allem Regen. Der aber ist laut Wetterdienst zumindest in den kommenden Tagen nicht zu erwarten.
Gefährlicher Einsatz gegen die Flammen
Der Kampf der Einsatzkräfte gegen die teils mehrere Meter hohen Feuerwände ist gefährlich. Durch heftige und schnell die Richtung ändernde Winde, die zum Teil von den riesigen Waldbränden selbst erzeugt werden, können die Helfer vom Feuer umzingelt werden. Ein spanischer Einsatzleiter sprach von einem Feuer-Tsunami. In Spanien starben bisher vier Menschen, in Portugal zwei. In Galicien wurden am Montagabend vier weitere Feuerwehrleute verletzt, davon einer mit schweren Verbrennungen, wie der staatliche TV-Sender RTVE berichtete.
Seit Jahresbeginn wurden nach vorläufigen Schätzungen des Europäischen Waldbrandinformationssystems EFFIS vom Dienstag bereits über 3.800 Quadratkilometer Natur zerstört - eine Fläche, die etwa deutlich größer als das Saarland (rund 2.570 Quadratkilometer) ist. Am schwersten betroffen sind im Nordwesten die Autonomen Gemeinschaft Kastilien und León und Galicien. Neben der Extremadura ist auch Asturien betroffen.