Verteidigungsminister Boris Pistorius hat nach der Ankündigung einer Reduzierung von US-Truppen in Deutschland durch Präsident Donald Trump empfohlen, die Lage nicht vorschnell zu bewerten. «Das muss man in Ruhe einordnen, es kommt nicht wirklich überraschend, vielleicht der Zeitpunkt», sagte der SPD-Politiker bei einem Truppenbesuch im niedersächsischen Munster.
Wenn am Ende 5.000 Soldaten aus Deutschland abgezogen werden würden, dann «wäre das so». Die Fähigkeiten der Nato würde es nicht schmälern. Die Ankündigung war auf Trumps deutliche Kritik an Kanzler Friedrich Merz gefolgt, weil dieser sich kritisch über die US-Offensive gegen den Iran geäußert hatte.
Medienberichten zufolge soll das US-Verteidigungsministerium auch die geplante Stationierung einer Einheit zur Bedienung, Unterhaltung und Wartung von Mittelstreckenraketen zurückgenommen haben. Trumps Vorgänger Joe Biden hatte Deutschland beim Nato-Gipfel vor zwei Jahren zugesagt, erstmals seit dem Kalten Krieg wieder Mittelstreckenwaffen mit konventionellen Sprengköpfen, die bis nach Russland reichen, zur Abschreckung in Deutschland zu stationieren.