Die CDU-Politikerin Wiebke Winter will die jahrzehntelange Regierungszeit der Sozialdemokraten beenden und erste Regierungschefin in Bremen werden. Die Bremer CDU wählte ihre Fraktionsvorsitzende auf einem Landesparteitag am Samstag mit rund 92 Prozent der abgegebenen Stimmen zur Spitzenkandidatin für die Bürgerschaftswahl im kommenden Frühjahr. Die 30-Jährige wäre die erste Frau in dem Amt.
Die promovierte Juristin ist seit 2021 Mitglied im CDU-Bundesvorstand und Mitgründerin der Klimaunion. Seit drei Jahren ist Winter Abgeordnete der Bremischen Bürgerschaft, seit einem Jahr CDU-Fraktionsvorsitzende. Sie ist in Kiel geboren und in Bremen aufgewachsen.
Wofür sich Winter einsetzen möchte
Winter drängte ihre Partei zum Aufbruch. «Ich stehe hier, weil ich in Bremen zu oft erlebt habe, dass der Mut fehlte, um loszugehen», sagte sie auf dem Landesparteitag. Bremen sei das Land mit der bundesweit höchsten Armutsquote, der höchsten Arbeitslosenquote und dem letzten Platz in Bildungsrankings. «Ich will das nicht länger hinnehmen.»
Wüst einer der ersten Gratulanten
Die CDU-Politikerin kündigte an, sich für Sicherheit, Digitalisierung, weniger Bürokratie und verlässliche Kinderbetreuung einzusetzen. Eine Zusammenarbeit mit der AfD schloss sie aus. Winter erhielt minutenlang tosenden Applaus. Als einer der Ersten gratulierte Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU), der als Ehrengast am Landesparteitag teilnahm. «Wiebke Winter und die ganze CDU Bremen strahlen das aus, was uns in Deutschland zu oft fehlt: Optimismus», sagte Wüst. Er sprach von «mutigen Initiativen» und den «richtigen Ideen».
Wahlsieg wäre eine Sensation
Ein Wahlsieg wäre eine Sensation für die CDU, die die größte Oppositionspartei in dem Land ist. Seit Ende des Zweiten Weltkriegs stellt die SPD den Bürgermeister, derzeit regiert in Bremen eine rot-grün-rote Koalition unter Andreas Bovenschulte (SPD). In einer Umfrage von Infratest dimap für den «Weser-Kurier» im März lag die CDU knapp vor den Sozialdemokraten.
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