Wenn am Donnerstag in Wolfsburg Volkswagen und IG Metall zur nächsten Verhandlungsrunde aufeinandertreffen, dürfte es hoch hergehen. Die Gewerkschaft ruft zur großen Kundgebung auf, auf der die Mitarbeiter noch einmal lautstark ihren Unmut über die Sparpläne zeigen werden. Im Hintergrund wird zwar bereits an Lösungen für Teilprobleme gefeilt. Doch die Ausgangslage ist kompliziert. Ein Überblick:
Das «System Volkswagen»
Volkswagen war schon immer ein ganz besonderes Unternehmen. Ex-Konzernchef Herbert Diess sprach vom «System Volkswagen» - an dem er am Ende scheiterte. Geprägt ist es von einem starken Betriebsrat und dem Land Niedersachsen als wichtigem Anteilseigner. Dadurch sitze das Land als «unsichtbarer Dritter» immer mit am Verhandlungstisch, sagt Branchenexperte Frank Schwope, der Automobilwirtschaft an der Fachhochschule des Mittelstands in Hannover lehrt. «Das macht das Ganze etwas komplizierter.» Konflikte werden gern laustark öffentlich ausgetragen, am Ende aber meist im Konsens gelöst - oft mit teuren Zugeständnissen. Diesen Konsens habe VW mit der Absage an die Job-Garantie nun aufgekündigt, sagt Betriebsratschefin Daniela Cavallo. «Das ist ein Tabubruch.»