Im Streit über mögliche Werksschließungen bei Volkswagen hat der niedersächsische Ministerpräsident Olaf Lies Klarheit von dem Autobauer gefordert. «Wir brauchen jetzt Klarheit, die Verunsicherung muss aufhören», sagte der SPD-Politiker nach einem Treffen mit der Oberbürgermeisterin und den Oberbürgermeistern der VW-Standorte Osnabrück, Braunschweig, Emden, Hannover, Salzgitter und Wolfsburg. «Wir brauchen Perspektiven und Sicherheit für die Standorte.»
Lies: Auch mit anderen Wachstumsfeldern befassen
Lies betonte, er erwarte, dass Volkswagen sich mit möglichen anderen Wachstumsfeldern für Standorte befasse, wo die Automobilproduktion nicht fortgeführt werden könne: «Nichts anderes ist akzeptabel.» Er sprach etwa von Rüstung, humanoiden Robotern und Drohnen. Auch könnten Automodelle, die in China entwickelt und gebaut würden, auch in Deutschland gebaut werden. Alle Anteilseigner und der Vorstand müssten das Ziel verfolgen, Industriestandorte in Deutschland und Niedersachsen zu stabilisieren.
Von der Bundesregierung forderte der Ministerpräsident, sich für Fairness im Wettbewerb einzusetzen. Mit Blick auf die hohen Energiepreise sagte er: «Wir müssen dazu kommen, dass wir in Europa mit deutschen Standorten wettbewerbsfähig sind.»
Onay: Ideen, nicht nur Sparpläne
Hannovers Oberbürgermeister Belit Onay warf Volkswagen vor, eine «erschreckende Botschaft» verbreitet zu haben, die viele Unsicherheiten geschaffen habe: «Es braucht jetzt Ideen, nicht nur Sparpläne», betonte der Grünen-Politiker. Dennis Weilmann, der Oberbürgermeister der Stadt Wolfsburg, kündigte an: «Wir werden um jeden Arbeitsplatz kämpfen.» Er erwarte, dass Volkswagen «weiterhin klar zum Standort Wolfsburg und zum Standort Niedersachsen steht», sagte der CDU-Politiker.
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