Die milliardenschwere Rettung der traditionsreichen Meyer Werft durch den Bund und das Land Niedersachsen ist beschlossen. Der Haushaltsausschuss des Bundestags gab ebenso grünes Licht wie der des Landtags in Hannover. Damit wird der Staat die finanziell angeschlagene Werft mehrheitlich übernehmen und hohe Bürgschaften schultern. Die Beschäftigten an den Schiffbau-Standorten Papenburg und Rostock können aufatmen.
Das Ziel der Staatshilfen ist es, Tausende Arbeitsplätze bei der Werft sowie ihren Zulieferern zu sichern, und die maritime Wirtschaft zu unterstützen. Darüber hinaus verfolgt der Bund mit der Rettung strategische Interessen: Sollte sich die geopolitische Lage verschärfen, könne die heute vor allem für Kreuzfahrtschiffe bekannte Werft auch zu militärischen Zwecken für die Marine genutzt werden, hieß es aus Parlamentskreisen.
Der Rettungsplan sieht vor, dass der Bund und das Land für 400 Millionen Euro zusammen rund 80 Prozent der Anteile übernehmen. Zudem gewähren sie dem Unternehmen Bürgschaften von jeweils rund einer Milliarde Euro, um Kredite von Banken abzusichern. Die entsprechenden Verträge sollen am Freitag unterzeichnet werden. Der Einstieg des Staates soll zeitlich befristet sein, ein fixes Ausstiegsdatum gibt es aber nicht.