Die Getreideernte von Gerste und Weizen ist in den meisten Betrieben in Niedersachsen abgeschlossen, die Landwirte sind mit dem Ertrag zufrieden. Sorge macht ihnen der hohe Dieselpreis. «Wir zahlen über zwei Euro im Einkauf, das ist doppelt so viel wie in der langjährigen Kalkulation», sagt Konrad Westphale, Vorsitzender des Pflanzenausschusses beim Landvolk.
Ein Trecker verbrauche 15 bis 20 Liter pro Stunde, also etwa 20 Euro an Dieselkosten. Mähdrescher benötigen noch mehr. Der Tankrabatt ist ausgelaufen, die Rückvergütung für Agrardiesel sei zu wenig.
«Dazu kommen gestiegene Preise für Dünger, Treib- und Schmierstoffe, Ersatzteile und höhere Löhne», zählt Landwirt Westphale auf. «Das gesamte Paket ist nach oben gegangen, die Preise für die Produkte gehen dagegen nach unten.» Auch wegen der ausländischen Konkurrenz werde die Schere immer größer: «Für einzelne Betriebe ist das ein Desaster.»
Hinzukomme die überbordende Bürokratie. «Wir diskutieren mit Politikern in Deutschland und EU-weit, gewisse Sachen zu verschlanken, aber getan wird noch nichts», berichtet er. Niedrige Erzeugerpreise stünden dauerhaft hohen Betriebsmittelkosten, höheren Energiekosten sowie steigenden Anforderungen durch Bürokratie, Düngerecht und Pflanzenschutz gegenüber. «Unsere Landwirtinnen und Landwirte brauchen wieder mehr Vertrauen statt immer neuer Auflagen», fordert Westphale.