Die deutsche Schiffbauindustrie strotzt derzeit vor Kraft, läuft aber auf ein immer größer werdendes Personalproblem zu. «Wir haben wirklich extrem Rückenwind», sagte der Hauptgeschäftsführer der Verband für Schiffbau und Meerestechnik (VSM), Reinhard Lüken, in Hamburg. Und vor allem gebe es so stabile Perspektiven wie er es noch nie erlebt habe. Die Schiffbauindustrie sei definitiv eine Wachstumsbranche, betonte Lüken rund eineinhalb Wochen vor Beginn der Weltleitmesse für die maritime Wirtschaft, die SMM (Shipbuilding, Machinery & Marine Technology) in Hamburg.
Das führe aber auch zu neuen Herausforderungen, etwa «wo finden wir das Personal»? Er könne sich zwar vorstellen, dass Menschen aus der Automobilindustrie in den Schiffbau wechseln. Doch das reiche nicht aus. Nötig seien auch Fachkräfte aus dem Ausland. In diesem Zusammenhang warnte Lüken eindringlich vor einer Regierungsbeteiligung der AfD nach den im September in Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt anstehenden Landtagswahlen.