Sie sollen Anleger mit der Aussicht auf hohe Renditen gelockt haben, in den Anbau von medizinischen Cannabis-Pflanzen zu investieren, und boten über virtuelle Gewächshäuser die Beteiligung an. Tatsächlich handelte es sich nach Überzeugung der Berliner Staatsanwaltschaft jedoch um ein groß angelegtes «Schneeballsystem», mit dem bewusst auch Kleinanleger angesprochen werden sollten. Abgewickelt worden sein sollen die Geschäfte über eine Internetplattform. Die Ermittler gehen davon aus, dass rund 186 500 Anleger insgesamt etwa 645 Millionen Euro zahlten, davon etwa 190 Millionen in Kryptowährungen. Mit Durchsuchungen und Festnahmen in Deutschland sowie Polen, Lettland und Estland sind die Fahnder gegen die Verantwortlichen vorgegangen, wie die Staatsanwaltschaft gemeinsam mit der Polizei am Freitag mitteilte.
Mutmaßlicher Drahtzieher in Berlin verhaftet
Dabei wurde laut Staatsanwaltschaft ein 60-Jähriger in Berlin als mutmaßlicher Drahtzieher festgenommen und kam in Untersuchungshaft. Er gilt als Chef eines Unternehmens, das dem Firmengeflecht angehören soll, wie es hieß. Ein weiterer Beschuldigter im Alter von 55 Jahren wurde demnach in Baden-Württemberg verhaftet. Laut Staatsanwaltschaft hatte er als Geschäftsführer und Gesellschaft des Unternehmens als einziger Zugriff auf die Konten. Es seien Vermögenswerte von etwa 500 000 Euro sichergestellt und zahlreiche Unterlagen sowie Datenträger beschlagnahmt worden.