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THW und Suchhunde aus Deutschland unterwegs nach Venezuela

Mit Bundeswehrmaschinen fliegen zahlreiche Hilfskräfte nach Venezuela, um im Erdbebengebiet zu helfen.  / Foto: Kai Moorschlatt/dpa
Mit Bundeswehrmaschinen fliegen zahlreiche Hilfskräfte nach Venezuela, um im Erdbebengebiet zu helfen. / Foto: Kai Moorschlatt/dpa

Es gibt viele Tote, viele Verletzte und viele Vermisste - zwei starke Erdbeben haben Venezuela hart getroffen. Deutschland hilft.

Nach den verheerenden Erdbeben in Venezuela haben sich Rettungskräfte des Technischen Hilfswerks (THW) mit Transportflugzeugen der Bundeswehr auf den Weg ins Katastrophengebiet gemacht. Vom Fliegerhorst Wunstorf in Niedersachsen hob am Vormittag eine erste Militärmaschine des Typs A400M ab, wie ein dpa-Reporter vor Ort berichtete. 

An Bord der Bundeswehr-Maschine sind neben Soldaten zahlreiche Einsatzkräfte vom THW sowie tonnenweise Material und Technik. Das THW-Team hatte sich am Vorabend in Köln gesammelt. Insgesamt sollten heute 48 THW-Einsatzkräfte nach Venezuela fliegen, um Menschen aus zerstörten Gebäuden zu retten. Darunter sind auch vier Rettungshundeführer mit jeweils einem Hund. 

Mindestens ein weiteres Flugzeug mit Personal und Hilfsgütern wie Wasserfiltern, Feldbetten, Zelten oder Generatoren sollte noch am Vormittag starten. «Es ist alles Material vom THW oder anderen Hilfsorganisationen. Wir nehmen kein Bundeswehrmaterial mit», sagte ein zur Crew der Transportflugzeuge gehörender Lademeister.

Kurz danach sollte eine dritte Maschine starten, die auch für den medizinischen Krankentransport genutzt werden kann. Ob ein viertes Transportflugzeug der Bundeswehr in die rund 8.200 Kilometer entfernte Krisenregion fliegt, war zunächst unklar. 

Zwischenstopp auf Curaçao

Nach Angaben der Luftwaffe sollen die Maschinen zunächst auf die Insel Curaçao fliegen. Danach soll es dann weitergehen zu einem Flugplatz in Venezuela. Der Start der ersten Maschine war für 10.00 Uhr angekündigt, hatte sich aber verzögert. 

Zwei schwere Beben der Stärke 7,2 und 7,5 hatten am Mittwoch den Norden und das Zentrum Venezuelas erschüttert – im Abstand von nur 39 Sekunden. Schwere Schäden gab es besonders in La Guaira, wo der internationale Flughafen und der wichtigste Seehafen des südamerikanischen Landes liegen. Nach Angaben der Regierung des Landes gibt es nach ersten Erkenntnissen mindestens 235 Tote. Tausende Menschen sind verletzt, zahlreiche werden vermisst.

Einsatzleiter: Unübersichtliche Lage

Die Lage in Venezuela sei noch sehr unübersichtlich, sagte der THW-Teamleiter des Einsatzes, Peter Benz. «Wir lesen natürlich auch die Newsticker und versuchen uns aus den Puzzlesteinen ein Bild zusammenzusetzen.» Dabei würden auch Kontakte vor Ort helfen. «Aber wir werden sicherlich mit ganz, ganz viel Zerstörung und ganz viel Leid konfrontiert sein.»

Die Einsatzkräfte des THW kommen aus Hessen, Rheinland-Pfalz, Saarland, Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen. Einige Einsatzkräfte seien schon in anderen Katastrophengebieten gewesen, etwa nach dem Erdbeben vor drei Jahren in der Türkei, sagte Benz. Auf Bildern aus Venezuela habe er nun im Vergleich dazu noch mehr zerstörte Hochhäuser gesehen. Die Betonbebauung habe den Vorteil, dass sich Hohlräume bildeten. «Und in den Hohlräumen haben Menschen Chancen zu überleben», sagte der Einsatzleiter. 

THW-Kräfte gerade erst von Übung zurück

Die Einsatzkräfte haben neben den Suchhunden auch technisches Material wie Mikrofone und Kameras dabei, um Verschüttete zu lokalisieren. «Die Erfahrung zeigt, auch nach 100, 120, 150 Stunden gibt es immer noch überraschende Lebendrettungen. Aber die Anzahl und die Chance, die sinken rapide», sagte Benz. 

Noch ist unklar, wie lange das THW vor Ort im Einsatz sein wird – wahrscheinlich werden es maximal zehn Tage sein, wie Benz sagte. «Weil sich das Fenster, Überlebende zu finden, nach zehn Tagen einfach schließt.»

Für die Ehrenamtlichen des THW sei es kein einfacher Einsatz, sagte THW-Präsidentin Sabine Lackner. Die Einsatzkräfte kämen gerade erst von einer viertägigen Übung zurück und seien kaum zu Hause gewesen. «Deswegen möchte ich an dieser Stelle einmal den Familien, den Angehörigen auch ganz herzlich danken und auch den Arbeitgeberinnen und Arbeitgebern für ihr großes Verständnis», sagte Lackner. 

Die THW-Präsidentin sagte, die Hilfe für Venezuela aus Deutschland laufe reibungslos an. «Die venezolanische Regierung hat sehr schnell nach dem Schadenseintritt ein internationales Hilfeersuchen gestellt.» Das Angebot der Bundesregierung mit der Hilfe des THW sei dann angenommen worden.

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