Nach einer Entscheidung des höchsten Gerichts der Niederlande, einen geltenden Baustopp für Erdgasbohrungen in der Nordsee vor der Insel Borkum aufzuheben, können die Bauarbeiten in Kürze beginnen. Das niederländische Energieunternehmen One-Dyas dürfe für die geplante Gasförderung nahe dem Unesco-Weltnaturerbe Wattenmeer eine Bohrplattform errichten, urteilten die Richter am Freitag in Den Haag. Damit ist aber noch nicht endgültig über die Klage gegen die Gasbohrungen entschieden. Wann der Rat des Staates, das höchste Verwaltungsgericht, darüber entscheidet, ist nicht bekannt. Umweltorganisationen beider Länder, darunter auch die Deutsche Umwelthilfe und die Insel Borkum, hatten gegen die Bohrungen geklagt.
Das beklagte Energieunternehmen One-Dyas teilte nach dem Urteil mit, das Vorhaben nun weiter voranzutreiben. Ein Konsortium um das Unternehmen plant, aus einem Feld vor den beiden Wattenmeerinseln Borkum und Schiermonnikoog Erdgas zu fördern. Dazu soll eine Förderplattform auf niederländischem Hoheitsgebiet rund 23 Kilometer nordwestlich der Insel Borkum errichtet werden. Gefördert werden soll den Plänen zufolge sowohl in niederländischen als auch in deutschen Hoheitsgebieten, nahe dem niedersächsischen Nationalpark Wattenmeer.