Sie frisst Heuschrecken, Fliegen und männliche Artgenossen – die europäische Gottesanbeterin. Nun breitet sich das wärmeliebende Insekt mit dem lateinischen Namen Mantis religiosa im Norden Deutschlands immer weiter aus. Jüngst wurde eine Gottesanbeterin in Wolfsburg gesichtet, wie Michael Kühn von der Naturschutzorganisation Nabu in Wolfsburg mitteilte. Zuvor hatte die «Braunschweiger Zeitung» darüber berichtet.
Wie kommt eine Gottesanbeterin nach Wolfsburg?
«Die extrem hohen Temperaturen in Deutschland und auch in Wolfsburg begünstigen die Ausbreitung dieser sehr interessanten Fangschrecke», sagte Kühn. Das Insekt lebe eigentlich in warmen Regionen Europas - etwa in Frankreich, Spanien und Italien. Kaum ein Insekt fasziniere die Menschen so wie die Gottesanbeterin, so Kühn. «Mit ihren zum "Gebet" gefalteten, dornenbestückten Fangarmen und dem dreieckigen Kopf ist sie eine Besonderheit in der Insektenwelt.»
Seit einiger Zeit wird das Insekt vermehrt in Deutschland gesehen - auch in der Hauptstadt. «Heute kann man in ganz Berlin auf Brachen, Schuttflächen oder an sonnigen Wegrändern mit etwas Glück diesem faszinierenden Insekt begegnen», teilte die Artenschutzreferentin beim Nabu Berlin, Janina Klug, Anfang August mit. Dem Nabu zufolge begünstigt der Klimawandel die rasche Ausbreitung.