Steinmeier in Bremen erinnert an Wiedervereinigung und warnt vor Extremismus
Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat am Tag der Deutschen Einheit an die bewegenden Zeiten rund um die Wiedervereinigung erinnert. «Heute vor 36 Jahren war eine tiefe Wunde geheilt - eine Wunde, die Deutschland zuvor über vier Jahrzehnte hinweg aufgewühlt, belastet und in einem, wie ich finde, unnatürlichen Zustand der inneren Spaltung gehalten hat», sagte der Bundespräsident beim Festakt in Bremen. Inzwischen sei viel Zeit vergangen, meinte Steinmeier. Der Tag der Deutschen Einheit sei dafür da, sich die Gefühle und die mutigen Menschen von damals ins Gedächtnis zu rufen. Es sei die erste friedliche Revolution für Freiheit und Demokratie in Deutschland gewesen. Niemals dürften die Herausforderungen der Gegenwart diesen Glücksmoment in der deutschen Geschichte verdrängen, sagte er. «Niemals dürfen wir diesen Moment in Vergessenheit geraten lassen.» Dies wäre Verrat. Zur aktuellen Lage in Deutschland äußerte er sich besorgt. Extremistische Kräfte gefährdeten Freiheit, Demokratie und Einheit, sagte er. Die Politik müsse sich ohne Schonung fragen, was versäumt wurde, wenn sich so viele Menschen abwenden und Extremisten Resonanz finden. Es gebe viel zu tun. Alle sollten sich gegen Manipulationen und Lügen wehren. «Unser Deutschland ist ein gutes Land! Sorgen wir dafür, dass es so bleibt», forderte er vor rund 1.000 geladenen Gästen. Es habe in den vergangenen Jahrzehnten viele Krisen und Herausforderungen gegeben. Seine Erfahrung sei, dass Festgefahrenes aufgelöst werden könne und Gegensätze vermittelbar seien. Große Problemlagen könnten in kleinen Schritten bearbeitet werden. Der Schlüssel sei der politische Wille, eingefahrene Routinen zu verlassen. Die Politik forderte er auf, entschlossen zu handeln - auch bei Gegenwind. Und: «Habt Mut zur Erneuerung!» Zuversicht und Handeln sei wichtig. «Unser Deutschland ist ein gutes Land. Schaffen wir ein noch besseres!», sagte er am Ende seiner eindringlichen Rede, für die er langen Applaus bekam. Zu Gast war auch Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU). Die Deutsche Einheit zeige, was mutige Menschen erreichen können, schrieb Merz zuvor auf der Plattform X. «Sie ist Versprechen und Verantwortung zugleich: Wir halten unser Land zusammen, bewahren unsere Freiheit und sorgen dafür, dass auch kommende Generationen in einem geeinten Deutschland in Wohlstand leben können.» Copyright 2026, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehaltenWas dem Bundespräsidenten Sorgen bereitet
«Habt Mut zur Erneuerung!»
Kanzler auf X: «Wir halten unser Land zusammen»