Der Kinderschutzbund hat seine Forderung erneuert, dass Kinderrechte im Grundgesetz verankert werden sollten. «Dies fordern wir bereits seit vielen Jahren, doch es passiert nichts», kritisierte die Vorsitzende des Kinderschutzbundes in Niedersachsen, Daniela Rump, anlässlich des 75-jährigen Jubiläums des Grundgesetzes. Rechte von Kindern und Jugendlichen würden bei wichtigen Entscheidungen weiterhin vernachlässigt. Dabei gelte die UN-Kinderrechtskonvention bereits seit 1992 in Deutschland.
«Kinder brauchen andere Rechte als Erwachsene», sagte Rump. Sie benötigten einen besonderen Schutz und gesonderte Rechte, zum Schutz vor Armut, Benachteiligung oder Gewalt, argumentierte sie. Die Aufnahme von Kinderrechten sei als klares Signal für die Bedeutung von Kindern, Jugendlichen und ihren Bedürfnissen längst überfällig. Zudem würde dieser Schritt Kinderrechten mehr Gewicht verleihen, da sie einklagbar wären. Gesellschaft und Politik stünden stärker in der Verantwortung, sie zu achten.
Rump betonte zudem: «Eine Stärkung der Rechte von Kindern führt nicht automatisch zu einer Schwächung der Rechte von Eltern.» Im Gegenteil würden Eltern bessere Möglichkeiten erhalten, um die Rechte ihrer Kinder gegenüber staatlichen Einrichtungen durchzusetzen.