Im Prozess gegen Daniela Klette geht es um acht Raubüberfälle auf Geldtransporter und Supermärkte in Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen. Dabei wurden mehr als zwei Millionen Euro erbeutet. Nach den Ermittlungen der Staatsanwaltschaft sollen die ehemaligen RAF-Terroristen Daniela Klette, Burkhard Garweg und Ernst-Volker Staub die Täter sein. Während sich Klette vor dem Landgericht Verden verantworten muss, fehlt von ihren mutmaßlichen Komplizen eine konkrete Spur. Um welche Taten geht es?
2.11.2004 in Leverkusen, Nordrhein-Westfalen
Als eine Kassiererin in den Tresorraum eines Großmarktes gehen will, wird sie von zwei Männern in den Raum geschubst. Die Räuber bedrohen sie und zwei weitere Angestellte in dem Raum mit Schusswaffen und zwingen sie, einen Tresor zu öffnen. Sie nehmen Bargeld heraus und fliehen mit einem Auto, das von Klette gefahren worden sein soll. Das Trio erbeutet laut Staatsanwaltschaft etwa 160.000 Euro.
In der Wohnung der Angeklagten finden die Ermittler Fragmente von Kennzeichen des Fluchtautos sowie Aufzeichnungen zu ausspionierten Supermärkten in Leverkusen und im Ruhrgebiet. Rund 21 Jahre nach der Tat schildern im November 2025 zwei Angestellte des Supermarkts den Überfall vor Gericht.
27.12.2006 in Bochum, Nordrhein-Westfalen
Mit Schusswaffen zwingen zwei Männer im Tresorraum eines Supermarkts zwei Kassiererinnen, sich auf den Boden zu legen. Dann packen die Täter die Einnahmen aus dem Weihnachtsgeschäft ein und fliehen. Die Beute laut Staatsanwaltschaft: 160.000 Euro.
Als der Fall im November 2025 verhandelt wird, haben Zeugen Mühe, sich an ihre Beobachtungen vor 19 Jahren zu erinnern. Laut Staatsanwaltschaft verschafften sich Garweg und Staub Zugang zum Tresorraum, Klette soll in einem gestohlenen Auto auf sie gewartet haben.