Ein Sexualstraftäter aus Niedersachsen soll in seinem Hafturlaub rückfällig geworden sein und mehrere Kinder missbraucht haben - jetzt will die Landesregierung Lücken im Umgang mit solchen Fällen schließen. Vor den Haftlockerungen in der Jugendanstalt in Hameln sei eine psychologische Stellungnahme zu dem 23-Jährigen eingeholt worden, vor dem Hafturlaub aber nicht, sagte Justizministerin Kathrin Wahlmann. Das sei ein «Versäumnis», betonte die SPD-Politikerin.
Gesetzesnovelle angekündigt
Künftig sollten in vergleichbaren Fällen zwingend psychologische Stellungnahmen eingeholt werden müssen, sagte Wahlmann. Eine entsprechende Novelle solle im Herbst in den Landtag eingebracht werden.
Der 23-Jährige saß seit April 2021 wegen vergleichbarer Taten eine knapp fünfeinhalb Jahre lange Haftstrafe in der Jugendanstalt in Hameln ab, dort wurde er auch therapiert. Vor dem Hafturlaub soll er bereits mehrere Ausgänge gehabt haben.
Zur Vorbereitung auf eine Haftentlassung wurde ein Hafturlaub gewährt. Dabei soll der 23-Jährige in Bayern Kontakt zu minderjährigen Kindern gehabt haben, es soll zu schweren sexuellen Übergriffen gekommen sein. Er wurde noch während des Hafturlaubs wieder festgenommen.