Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil macht sich die Formulierung seines Parteifreunds Boris Pistorius, Deutschland müsse kriegstüchtig werden, nicht zu eigen. «Ich bevorzuge den Begriff "verteidigungsfähig", weil er zum Ausdruck bringt, dass Deutschland niemals offensive Motive haben darf, sondern immer nur defensive», sagte der SPD-Politiker der Deutschen Presse-Agentur in Hannover. Verteidigungsminister Pistorius sei es mit seinem Satz aber gelungen, die Menschen aufzurütteln.
Pistorius war unter Weil zehn Jahre lang niedersächsischer Innenminister, die Politiker sind befreundet. «Was ich politisch an ihm sehr schätze, ist, dass er Autorität und Nahbarkeit gleichzeitig ausstrahlt. Das ist in dieser Mischung sehr selten», sagte Weil, der dennoch Kanzler Olaf Scholz für den richtigen SPD-Spitzenkandidaten hält.
«Olaf Scholz hat in vielen Ämtern bewiesen, wie nervenstark er ist und dass er gerade Krisen sehr gut meistern kann», sagte Weil. «Bei allem Respekt, Friedrich Merz hat noch an keinem einzigen Tag in seinem Leben Regierungsverantwortung gehabt. Das Kanzleramt ist zu wichtig, um es mit dem Regieren einmal auszuprobieren.»