Drei von vier Frauen in Niedersachsen verdienen in Vollzeit weniger als Männer - und zwar teils sehr deutlich. Dies geht aus Zahlen hervor, die die Bundestagsabgeordnete Sahra Wagenknecht beim Statistischen Bundesamt abgefragt hat. So liegt der Verdienst bei 39 Prozent der betroffenen Niedersächsinnen um mindestens 30 Prozent niedriger. 26 Prozent der Frauen in Vollzeit verdienen genauso viel oder mehr als Männer.
Im Schnitt verdienten Frau in Niedersachsen nach Angaben des Statistischen Landesamtes 2023 rund 18 Prozent weniger als Männer - bei gleicher Arbeitszeit. Während der durchschnittliche Bruttostundenlohn bei Männern bei 24,12 Euro lag, kamen Frau nur auf 19,74 Euro. Im bundesweiten Vergleich liegt Niedersachsen damit im Mittelfeld. Am größten ist der Abstand in Bayern und Baden-Württemberg, am geringsten in den östlichen Bundesländern Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg, Sachsen-Anhalt, Thüringen und Sachsen.
Frauen arbeiten oft in schlechter bezahlten Berufen
Die Unterschiede erklären sich unter anderem damit, dass in vielen der oft von Frauen ausgeübten Berufe niedrige Stundenlöhne gezahlt werden. Männer arbeiten dagegen häufiger in Jobs, die besser bezahlt sind. Laut Statistischem Landesamt lässt sich in Niedersachsen dadurch fast ein Drittel des Rückstands erklären. Zudem seien Frauen seltener in Führungspositionen und arbeiteten häufiger in kleineren Unternehmen, die weniger zahlen als Großkonzerne. Um solche Faktoren bereinigt liegt der Abstand in Niedersachsen nach Angaben der Statistiker noch bei sieben Prozent. Das sei ein Prozentpunkt mehr als vor einem Jahr.