Fast zehn Jahre nach der Dieselaffäre bei Volkswagen scheinen die Verfehlungen in der öffentlichen Wahrnehmung längst verdrängt von der aktuellen Krise und Zukunftssorgen beim Autobauer. Vor Gericht wird aber weiterhin versucht, die Verantwortung für einen der größten deutschen Industrieskandale zu klären. Ob es 2025 Urteile im Betrugsprozess oder eine Entscheidung im Investorenverfahren gibt, ist noch offen - und vor der Neuverhandlung gegen Ex-VW-Boss Winterkorn steht wieder ein dickes Fragezeichen.
Im September 2015 waren die Abgasmanipulationen in Dieselfahrzeugen von VW durch Nachforschungen von US-Umweltbehörden und Wissenschaftlern aufgeflogen. Der Skandal stürzte den Autobauer in seine bis dahin schwerste Krise der Firmengeschichte. In der Folge gab es durchaus scharfe Konsequenzen wie Haftstrafen in den USA, ein Milliardenbußgeld an das Land Niedersachsen und Entschädigung für rund eine Viertelmillion VW-Dieselfahrer.