Das Bundesforschungsinstitut Thünen hat eine Anlaufstelle für die deutschen Küstenfischer an Nord- und Ostsee in Hamburg eröffnet. Diese nennt sich kurz IKTF, was ausgeschrieben Informations- und Koordinierungsstelle Transformation Fischerei bedeutet.
Welche Erwartungen gibt es? Was sind Hintergründe? Um eines vorwegzunehmen: Die Eröffnung der IKTF hängt mit der Krise der deutschen Küstenfischerei zusammen.
Warum befindet sich die Küstenfischerei in einer Krise?
Nach Einschätzung des Thünen-Instituts steht die Küstenfischerei vor vielfältigen Herausforderungen: In der Ostsee leiden Fischbestände wie Dorsch und Hering unter schlechten Umweltbedingungen. In der Nordsee wächst die Konkurrenz um Fanggebiete - etwa wegen des Baus von Windparks und der Einrichtung neuer Schutzgebiete. «Zudem ist die Flotte vielerorts veraltet, Nachwuchs fehlt und immer mehr Betriebe müssen aufgeben.»
Gerd Kraus, der das Thünen-Institut in Bremerhaven leitet, ist der Ansicht, dass die deutsche Küstenfischerei mit «multiplen Krisen» zu tun hat. Zuerst habe der Brexit die Branche getroffen, dieser habe zu nachteiligen Neuregelungen geführt. Dann litten Fischverkäufe während der Corona-Pandemie.