Der Drache spuckt im Minutenrhythmus Feuer. Der Boden vibriert, es zischt. Dicker Rauch steigt auf und verliert sich im hohen Dunkel der Halle. Dann wieder ein Rumpeln, rotglühender Rauch, eine Hitzewelle. «Der Drache»: so nennen die Mitarbeiter in Ilsenburg den Walzturm für den Stahl. Und noch rumort der Drache unermüdlich. In dem kleinen Ort im Harz zeigt sich gut, welchen Einfluss Weltpolitik und internationale Konflikte ganz konkret für Unternehmen in Deutschland haben - im Negativen, aber auch im Positiven.
Die Ilsenburger Grobblech GmbH gehört zu Salzgitter und ist nach eigenen Angaben einer der größten Stahlblechhersteller in Deutschland. Die Probleme sind die gleichen, wie sie auch andere Branchen haben: Hohe Energiepreise, billige Konkurrenz aus dem Ausland. Das Jahr 2026 ist für das Unternehmen daher wichtig: Die Bundesregierung will einen günstigeren Industriestrompreis für energieintensive Branchen einführen. Und ab Mitte des Jahres sollen Handelsschutzinstrumente der EU hier ansässige Unternehmen besser vor Überkapazitäten auf dem Weltmark schützen. Produktionsleiter Felix Bothmann bringt es auf einen Nenner: «Deutschland ist auf diese Industrie angewiesen.»