Ungefähr 80 Schüler und Schülerinnen aus Deutschland und Österreich fahren diese Sommerferien zur See. Möglich macht das der Verband Deutscher Reeder (VDR) aus Hamburg, der Bewerber und Reedereien über das sogenannte Ferienfahrerprogramm zusammenbringt. Auf mehr als 40 Schiffen sind die Praktikanten in Europa und der Welt unterwegs.
Die schlechte Nachricht für Interessenten: Diesen Sommer sind die Plätze schon vergeben. Wer aber in den nächsten Jahren mitfahren will, kann sich beim Verband melden, wie VDR-AusbildungsreferentHolger Jäde berichtet. Einsendeschluss ist üblicherweise Mitte April. Kandidaten müssen aber einige Voraussetzungen erfüllen, wie auf der Website des Verbands erläutert ist.
Bewerber sollten 16 Jahre alt sein und mindestens ein weiteres Schuljahr vor sich haben. Außerdem müssen sie einen Erste-Hilfe-Kurs absolviert haben und einen Reisepass besitzen. In manchen Fällen, das hängt von der Route ab, ist eine Impfung gegen Gelbfieber Pflicht. Was sind weitere Vorgaben?
Seediensttauglichkeit
Wer zur See fahren will, muss gesund und belastbar sein. Der nächste Hafen kann weit entfernt sein. Auch Berufsseeleute müssen sich regelmäßig untersuchen lassen. Getestet wird etwa das Seh- und Hörvermögen. Die sogenannte Seediensttauglichkeit wird nur von manchen Ärzten bescheinigt. Eine Arztübersicht findet sich auf der Website www.deutsche-flagge.de. Unter 18 Jahren sind die Untersuchungen kostenlos, wie Jäde berichtet.
Interesse an Seefahrt
Der Titel Ferienfahrerprogramm klingt nach Freizeit. Wer kann schon sagen, während der Ferien sowohl in Los Angeles als auch in Busan gewesen zu sein? In der Realität absolvieren die Kandidaten ein Praktikum. «Sie stellen ihre Ferien zur Verfügung», sagte Jäde. Die Reedereien versuchen über das Programm, Nachwuchskräfte zu gewinnen, was auch gelegentlich gelingt: Ein Teilnehmer aus dem vergangenen Jahr beginnt demnach bald eine Ausbildung zum Schiffsmechaniker bei der Hamburger Reederei Hapag-Lloyd.
Englischkenntnisse
Der VDR fordert, dass sich Bewerber auf Englisch verständigen können. Die Seefahrt ist schließlich eine internationale Branche. In einem jüngst veröffentlichten Bericht von Wirtschaftsverbänden - dem «Seafarer Workforce Report» - wird geschätzt, dass die meisten auf Handelsschiffen tätigen Seeleute aus den Philippinen, aus Indien, China, Russland und Indonesien stammen. Auch deutsche Reedereien heuern Mitarbeiter im Ausland an.
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