Angesichts schwankender Energiepreise geht Niedersachsens Wirtschaftsminister Olaf Lies davon aus, dass Kohlekraftwerke noch länger für die Stromproduktion benötigt werden. «Wir werden sie nicht krampfhaft und um jeden Preis 2030 abschalten dürfen. Nicht ein definierter, theoretischer Zeitpunkt darf die Grundlage sein, sondern die praktischen Erfordernisse», sagte der SPD-Politiker der «Nordwest-Zeitung». Lies sprach sich zugleich dafür aus, den Bau neuer Gaskraftwerke voranzubringen, da Strom aus Wind- und Solarenergie die nötige Grundlast derzeit nicht decken könne.
Nach Plänen der Bundesregierung soll neben dem Ausbau von erneuerbaren Energien aus Wind und Sonne auch neue Gaskraftwerke gebaut werden, die die Kohlekraftwerke ersetzen. Bislang ist ein um acht Jahre auf 2030 vorgezogener Ausstieg nur im Rheinischen Revier beschlossen. Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) rechnete zuletzt auch mit einem vorgezogenen, marktgetriebenen Kohleausstieg in Ostdeutschland.