Sie erfreuen sich großer Beliebtheit, gelten aber auch als eine der umwelt- und klimaschädlichsten Arten des Reisens: Hochseekreuzfahrten. Und daran hat sich im vergangenen Jahr auch kaum etwas geändert, wie aus dem neuen Umweltranking des Naturschutzbundes Deutschland (Nabu) hervorgeht. Die Kreuzfahrtbranche verbessere zwar ihre Energieeffizienz und investiere zunehmend in Landstromanschlüsse. Beim entscheidenden Schritt hin zur Dekarbonisierung - dem Umstieg auf klimaneutrale Kraftstoffe und dem Verzicht auf Schweröl - bleibe sie jedoch hinter ihren Möglichkeiten zurück. Da sei leider sehr wenig passiert, sagte die Nabu-Schiffahrtsexpertin Raija Koch.
Britischer Kreuzfahrtanbieter Marella auf dem letzten Platz
Punktgleich auf dem dritten Platz landeten die französische Reederei Ponant sowie die deutschen Anbieter TUI Cruises mit Mein Schiff sowie Aida Cruises. Ganz hinten im Umweltranking fanden sich Royal Caribbean, Norwegian Cruise Line und als Schlusslicht der britische Anbieter Marella wieder. Befragt, aber ohne Antwort blieben Phoenix Reisen, Viking Ocean Cruises und Nicko Cruises.
«Wir sind noch auf einem sehr, sehr weiten Weg, bis man sagen kann, Kreuzfahrt funktioniert klimaneutral und umweltfreundlich», sagte Diesener. Der Hauptgrund seien die fossilen Treibstoffe und dabei vor allem das besonders schmutzige Schweröl. Das werde immer noch von der Hälfte aller großen Kreuzfahrtschiffe genutzt und damit im Verhältnis sogar mehr als in der Containerschifffahrt. Kein einziges Kreuzfahrtschiff verfüge zudem über Rußpartikelfilter, sagte Koch. Gänzlich auf Schweröl verzichten laut Ranking die Reedereien Havila, Hurtigruten, Ponant und HX Expeditions.