Immer mehr Strom wird für die Elektrisierung vieler Bereiche benötigt. Damit genug Energie für E-Autos und Wärmepumpen verfügbar ist, setzt ein Pilotprojekt in Lüneburg auf die Digitalisierung der Verbraucher. «Wir sind deutschlandweit Vorreiter», sagt Florian Hintz, Projektleiter Smart Energy Region Lüneburg vom Netzbetreiber Avacon.
Dafür wurden 300 Ortsnetzstationen digitalisiert, 170 neu gebaut und 130 umgerüstet. Viele der grauen, unscheinbaren Trafo-Stationen werden von Grafiti-Künstlern gestaltet - das halte von Schmierereien ab, erzählt Hintz. Was früher im Niederspannungsnetz eine Blackbox war, wird heute in Echtzeit überwacht, analysiert und – wenn nötig – gezielt gesteuert, heißt es vom Betreiber, dessen Netz von der Nordseeküste bis nach Südhessen reicht.
Zudem wurde ein digitaler Zwilling aufgebaut, sodass der Stromverbrauch und -bedarf exakt aufgezeichnet und berechnet werden können. So könne es weniger zu Überlastungen führen. «Durch den Zubau an Wärmepumpen, PV-Anlagen und Wallbox hat sich das ursprüngliche Verbrauchsverhalten der Haushalte grundlegend geändert», erzählt Hintz. Früher war es standardmäßig so, dass mittags der Verbrauch anstieg und abends noch einmal. Das habe sich auch vor dem Hintergrund des Arbeitens im Homeoffice grundlegend geändert.