Bei der Gasförderung auf See sind SPD und Grüne in Niedersachsens Landesregierung weiter auf Konfrontationskurs. «Es ist offensichtlich, dass wir bei der Gasförderung unterschiedlicher Auffassung sind», sagte Niedersachsens Ministerpräsident Olaf Lies (SPD) der Deutschen Presse-Agentur.
Zwar sei sich die SPD bei der Zielsetzung mit den Grünen einig: Diese laute, einen Weg in eine gesicherte Energieversorgung mit dem Ausbau der Erneuerbaren zu finden. «Aber ich bin überzeugt: Wir werden für die Energiewende Gas brauchen. Ohne wird es nicht gehen», sagte Lies.
Das gelte auch für die Herstellung von «blauem Wasserstoff». «Ansonsten wird der Markt für Wasserstoff nie hochlaufen.» «Blauer Wasserstoff» wird aus Erdgas gewonnen, sogenannter grüner Wasserstoff mittels Elektrolyse mit Strom aus erneuerbaren Energien hergestellt. Die Transformation hin zu «grünem Wasserstoff» soll die Industrie insgesamt klimafreundlicher machen.
Der Streit von Rot-Grün hat die geplante Gasförderung vor der Nordseeinsel Borkum zum Hintergrund. Die Grünen halten diese für unnötig und schädlich für Natur und Klima. Das niederländische Unternehmen One-Dyas plant, unter dem Meeresschutzgebiet Borkum Riffgrund nach Gas zu bohren. Das Gasfeld dort grenzt zudem an ein anderes Feld, in dem der Konzern bereits jetzt Erdgas fördert – allerdings nur auf niederländischer Seite. Ob dort auch auf deutschem Hoheitsgebiet gefördert werden darf, entscheidet der Bundesrat Anfang 2026.