Niedersachsens Küstenfischer haben das Streichen von Strukturhilfen durch die Bundesregierung erneut kritisiert und zugleich mehr Planungssicherheit eingefordert. Im Zuge der Haushaltspolitik der Ampel-Regierung waren zuletzt Gelder aus den Versteigerungserlösen für Flächen für die Offshore-Windkraft, die ursprünglich in die Fischerei fließen sollten, um 80 Prozent auf rund 130 Millionen Euro gekürzt worden. «Über eine halbe Milliarde waren sofort weg, ohne mit uns zu reden», sagte der Vorsitzende des Landesfischereiverbandes Weser-Ems, Dirk Sander, am Freitag beim Fischereitag im ostfriesischen Neuharlingersiel (Landkreis Wittmund).
Sander sagte, bei den Fischern stoße es auf großes Unverständnis, dass die Bundesregierung etwa die Transformation der Industrie, wie Stahlwerke, mit Millionenbeträgen fördere, gleichzeitig aber kaum Geld in der Fischerei ankomme.
Fischereivertreter machten zudem deutlich, dass die Branche grundsätzlich mehr Planungssicherheit brauche. Sonst seien absehbar keine Investitionen möglich, sagte Gerold Conradi, zweiter Vorsitzender des Landesfischereiverbandes und verwies auf den 2022 von der EU-Kommission angekündigter Aktionsplan für nachhaltigere Fischerei. Der Plan sieht vor, dass die Fischerei mit Grundschleppnetzen - also Netzen, die den Meeresgrund berühren - in Schutzgebieten spätestens 2030 unzulässig wird. Aus Sicht der Krabbenfischer kommt dies einem Berufsverbot gleich. Der Plan schwebe noch immer «wie ein Damoklesschwert» über den Fischern. «Diese Sache muss vom Tisch und nicht erst 2029. Das muss jetzt passieren, sonst haben wir keine Planungssicherheit», sagte Conradi.