Früher als im langjährigen Durchschnitt hat die Kirschenernte im Alten Land begonnen. Das hänge vor allem mit der wiederholt frühen Blüte Anfang April zusammen, teilte die Landwirtschaftskammer Niedersachsen (LWK) mit. Die Fachleute erwarten leicht überdurchschnittliche Erträge bei den späteren Sorten «Kordia» und «Regina».
Die Ernte der Frühsorten hat bereits begonnen. «Wir rechnen mit gut 12 Tonnen Kirschen pro Hektar, das sind etwa 15 Kilogramm pro Baum», sagte Martin Kockerols, Steinobst-Berater der zur LWK gehörenden Obstbauversuchsanstalt in Jork im Landkreis Stade. Nur andauernder Regen oder Hagel könnten die positiven Aussichten noch trüben.
Um solche Einflüsse auszuschalten, werden Kirschen überwiegend in sogenannten Dachanlagen angebaut. 75 bis 80 Prozent der an der Niederelbe angebauten Süßkirschen sind laut LWK mittlerweile überdacht. Eine solche Anlage koste pro Hektar inzwischen mehr als 100.000 Euro.
Unter dem Regenschutz platzen die Früchte nicht auf und können besser ausreifen. Zudem lassen sich die Dächer leichter mit Netzen gegen die Kirschfruchtfliege und die Kirschessigfliege sowie gegen die zunehmenden Wanzen schützen.
Haupternte im Norden ab Juli
Die Haupternte mit den wichtigsten Sorten «Kordia» und «Regina» beginnt in wenigen Tagen. Als spätes Anbaugebiet ist es für die niedersächsischen Kirschbetriebe lohnender, überwiegend die späten, festen Sorten anzubauen, da zu diesem Zeitpunkt die Importe aus Südeuropa nachlassen.
Nach der guten Vorhersage könnten in diesem Jahr gut 5.000 Tonnen Süßkirschen in Niedersachsen geerntet werden. Die meisten Kirschbäume stehen im Alten Land an der Niederelbe. 2025 wurden insgesamt 4.949 Tonnen Süßkirschen geerntet (2024: 2.942).
Deutschlandweit bauen 6.600 Betriebe Kirschen an. Bei einem Selbstversorgungsgrad von 30 bis 50 Prozent wird ein erheblicher Teil der Süßkirschen importiert. Hauptlieferanten sind die Türkei, Griechenland, Spanien und Italien. Die inländischen Landwirte erhoffen sich auskömmliche Preise, um die vor allem durch den kontinuierlich steigenden Mindestlohn die höheren Produktionskosten zu kompensieren, hieß es von der Kammer.
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