Niedersachsens Küstenfischer blicken auf das sechste schwere Wirtschaftsjahr in Folge zurück - die Menge der angelandeten Krabben hat sich 2024 auf niedrigem Niveau noch einmal fast halbiert. «Die Krabbenfischerei hier an der Küste hat ein sehr schweres Jahr hinter sich. Ich würde sagen, es war das Schwerste, was ich je in meiner Laufbahn mitgemacht habe», sagte der Vorsitzende des Landesfischereiverbandes Weser-Ems, Dirk Sander, beim Fischereitag im ostfriesischen Neuharlingersiel. Bei Muscheln und Frischfisch habe es kaum besser ausgesehen.
Das letzte Jahr habe in der Krabbenfischerei schwach angefangen und dann kräftig nachgelassen, bestätigte auch Philipp Oberdörffer, Fischereiexperte der niedersächsischen Landwirtschaftskammer. Der Herbst als Hauptsaison der Krabbenfischer habe - anders als etwa für die Fischer in den benachbarten Niederlanden - so gut wie gar nicht stattgefunden.
«Die Preise für die Produkte waren recht gut, aber der Fang ließ zu wünschen übrig», fasste Sander die Lage zusammen. Problematisch seien vor allem viele Wittlinge gewesen - das sind Fressfeinde der Krabben. Zwar seien zu Beginn des Jahres viele Krabben vorhanden gewesen, doch die Fischart hätten diese gefressen, noch bevor die Krabben groß genug für den Fang waren.