Deutschland hat im zurückliegenden Jahr mehr als zehn Prozent seiner Gasimporte über die Terminals für Flüssigerdgas (LNG) an Nord- und Ostsee abgewickelt. Nach vorläufigen Zahlen der Bundesnetzagentur (BNetzA) entfielen von den insgesamt 1.031 Terawattstunden (TWh), die importiert wurden, 106 auf die LNG-Terminals. Der genaue Anteil liegt demnach bei 10,3 Prozent nach 8 Prozent im Jahr davor (69 TWh).
Die Bundesregierung hatte den Aufbau von LNG-Terminals an Nord- und Ostsee nach dem russischen Angriff auf die Ukraine forciert, um unabhängiger von russischen Gaslieferungen zu werden. Zuvor verfügte Deutschland nicht über solche Terminals, mit denen per Schiff geliefertes verflüssigtes Erdgas angelandet werden kann, und bezog sein Gas nur über Pipelines, vor allem aus Russland. Mittlerweile kommt das meiste Erdgas per Pipeline aus Norwegen.
Über das Gesamtjahr 2025 wurden nach eigenen Angaben über die drei Terminals an der Nordsee des staatlichen Betreibers Deutsche Energy Terminal (DET) etwa 79 Terawattstunden Energie in Form von Erdgas in das deutsche Gasnetz eingespeist. Das entspreche rechnerisch dem jährlichen Gasverbrauch zum Heizen von mehr als 5,6 Millionen Vierpersonenhaushalten im Mehrfamilienhaus (100 Quadratmeter Wohnfläche bei 14.000 Kilowattstunden Jahresverbrauch).
Zuletzt vergleichsweise viel LNG über die Ostsee geliefert
Der private Betreiber Deutsche Regas hat mit seinem Terminal in Mukran an der Küste von Rügen 2025 insgesamt etwa 26,5 TWh eingespeist. Das geht aus Daten von Europas Gasinfrastruktur-Betreibern (GIE) hervor, auf die auch die BNetzA verweist.
Diesen Daten zufolge ist das Rügener Terminal - wie schon im zweiten Quartal 2025 - seit Beginn der aktuellen Heizperiode Anfang Oktober das Terminal mit der größten Einspeisung, nämlich 12,5 TWh. Bereits seit September kämen wöchentlich Lieferungen. «Das Terminal ist mit den gegenwärtig angebotenen Kapazitäten voll ausgelastet.» Im dritten Quartal hatten laut Unternehmen die Vertiefung und Erweiterung des Hafens in Mukran zu Einschränkungen geführt.
In Brunsbüttel ging das Spezialschiff «Höegh Gannet» nach einer zweimonatigen Wartungsphase im November laut DET wieder als schwimmendes LNG-Terminal ans Netz. Bereits Ende August war die «Excelsior» neben der «Höegh Esperanza» als zweites schwimmendes Terminal in Wilhelmshaven in den kommerziellen Betrieb gestartet.
Betrieb weiterer schwimmender Terminals geplant
Ein weiteres in Stade geplantes schwimmendes Terminal wird seinen Betrieb laut DET nicht vor dem zweiten Quartal 2026 aufnehmen. Wegen Verzögerungen war das dafür vorgesehene Schiff, die «Energos Force», per Charter an eine andere Firma für den Einsatz in Jordanien überlassen worden. Diese Subvercharterung sei verlängert worden. Die DET hatte sich früheren Angaben zufolge mit der bisher zuständigen Hanseatic Energy Hub (HEH) auf die Übernahme von landseitigen Bauarbeiten für das Terminal geeinigt. Die Inspektion der Anlage laufe, erklärte die DET nun.
Auch die Deutsche Regas will zusätzlich zur derzeit betriebenen «Neptune» in Mukran wieder ein zweites Spezialschiff als schwimmendes Terminal stationieren. Hier lagen in der Vergangenheit bereits zwei solcher Schiffe. Man rechne damit, in der ersten Hälfte von 2026 genauere Planungen bekanntgeben zu können.
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