Ein Jahr nach dem Weihnachtshochwasser in Niedersachsen und anderen Ländern fordert die DLRG mehr Unterstützung für ehrenamtliche Wasserretter. Im Vergleich mit Feuerwehren und Technischem Hilfswerk gebe es teils erhebliche Unterschiede beim Versicherungsschutz, bei der Freistellung von der Arbeit, der Lohnfortzahlung sowie bei finanziellen Entschädigungen, sagte die Präsidentin der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG), Ute Vogt, der Deutschen Presse-Agentur. «Dieser Missstand muss behoben werden, damit für gleiches Engagement auch die gleichen Rechte gelten», forderte sie.
Zahl der Ertrunkenen gestiegen
Laut DLRG starben im laufenden Jahr in den Hochwassergebieten mehrere Menschen im Wasser - das sei einer der Gründe, warum die Zahl tödlicher Unfälle in Gewässern bis zum Ende des vergangenen Sommers im Vergleich zum Vorjahreszeitraum deutlich gestiegen sei. Zum Stichtag 10. September zählte die Organisation 353 Ertrunkene, 75 mehr als im Vorjahreszeitraum. Vor allem Badeunfälle sorgten für den Anstieg. Die Zahlen für das Gesamtjahr will der Verband im Frühjahr veröffentlichen.
Zwar sei der Katastrophenschutz Ländersache, sagte Vogt. Sie sieht aber auch die Bundespolitik in der Pflicht: «Im Verteidigungs- und Spannungsfall verfügt der Bund als verantwortliche Instanz für den Zivilschutz über Ehrenamtliche aus 16 Bundesländern und wäre mit ebenso vielen unterschiedlichen Regelungen konfrontiert.» Daher müsse die nächste Bundesregierung zusammen mit der Innenministerkonferenz die Angleichung der Rahmenbedingungen für die Helferinnen und Helfer im Bevölkerungsschutz «sichtbar vorantreiben».