In mehreren Ortschaften im Harz fehlt es nach Angaben der Behörden an Löschwasser. Selbst der Grundschutz durch eine ausreichende Löschwasserversorgung sei in einigen Orten nicht gewährleistet, teilte die Einheitsgemeinde Osterwieck jetzt auf Anfrage mit. Das Innenministerium in Magdeburg bestätigte, dass inzwischen die Kommunalaufsicht auf dem Dienstweg angewiesen worden sei, die Sicherstellung einer ausreichenden Löschwasserversorgung in der Gemeinde zu prüfen.
Gründe liegen teils noch in der deutschen Teilung
Die Gründe für den erheblichen Mangel an Löschwasser seien vielfältig, teilte die Leiterin des Ordnungsamts Osterwieck, Franziska Wambsganß, mit. Als Folge der früheren deutschen Teilung sei das Trinkwassernetz in einigen Ortsteilen nur als Stichleitung verlegt. Dadurch sei eine Versorgung aus zwei Richtungen nicht gegeben. Pumpanlagen im Trinkwassernetz könnten nicht die erforderlichen Löschwassermengen liefern. Bei Stromausfall sei der Betrieb zudem nicht gewährleistet, weil keine Notstromversorgung vorhanden sei. Hochbehälter seien als Wasserspeicherreservoir in der Vergangenheit außer Betrieb genommen worden.
Der Landkreis Harz weist darauf hin, dass die Löschwasserversorgung im Harz differenziert zu betrachten sei. «Von einer Unterversorgung sind überwiegend dünn besiedelte Bereiche des Landkreises Harz betroffen», sagte ein Kreissprecher. Aufgrund der geringen Einwohnerzahl sei die über die Trinkwasserversorger zur Verfügung gestellte Wassermenge nicht ausreichend, um damit auch den Brandschutz vollumfänglich sicherzustellen.