«Simba komm mal her», lockt Alexander Schmidt den siebenjährigen Ochsen auf der Weide außerhalb von Bienenbüttel. Das zottelige Rind löst sich aus der 40-köpfigen Herde und trottet freundlich auf den Züchter zu. Sie kuscheln eine Weile, Schmidt streichelt und erklärt, dass er das Hereford-Rind mit der Flasche großgezogen hat. Da verzeihe er es ihm auch, wenn er einmal nichts Essbares zum Fototermin mitbringt. «Diese Rasse ist sehr genügsam. Beschäftigt man sich regelmäßig mit den Tieren, kann man eine sehr gute Mensch-Tier-Beziehung aufbauen.»
Die insgesamt etwa 200 Rinder stehen das ganze Jahr im Landkreis Uelzen draußen, sie werden auf der Weide geboren und dort auch fürs Schlachten betäubt. «Dass unsere Tiere ein artgerechtes Leben führen, ist uns genauso wichtig wie ein stressfreier Tod und ein respektvoller Umgang mit dem Fleisch», sagt Schmidt, der früher als Marketing-Experte auf Messen unterwegs war. «Um wirklich stressfrei schlachten zu können, muss man sich allerdings dauerhaft eng mit den Tieren beschäftigen und ein Vertrauensverhältnis aufbauen.»