Unweit des Wilhelmshavener Nordseestrandes tut sich eine tropische Unterwasserwelt auf, die es so wohl nur einmal in Deutschland gibt: In mehreren Aquarien tummeln sich unzählige Korallen, die auf kleinen Plättchen befestigt sind. Bunte Fische schwimmen durch die Mini-Korallengärten und einzelne Anemonen bewegen ihre Tentakel im blubbernden Wasser. Spezielle LED-Lampen tauchen die Szenerie in ein bläuliches Licht, die Luft ist feucht und etwas stickig, 22 Grad. Das Wasser in den Becken ist noch etwas wärmer. In der Aquarienanlage des Instituts für Chemie und Biologie des Meeres (ICBM) der Universität Oldenburg ist alles genaustens auf die Aufzucht von Steinkorallen abgestimmt.
Gerade pulen die Biologen Samuel Nietzer und Mareen Möller mit einer Pinzette winzige Seesterne von den Ästen einer wenigen Zentimeter großen Koralle. Die jungen Korallen seien äußerste Sensibelchen, sagt Möller. Beispielsweise könnten Seesterne, die auch in den Aquarien vorkommen, ihren Magen über die Nesseltiere stülpen und diese auffressen.