Hunderttausende von Baby-Aalen, sogenannte Glasaale, sind in der Elbe und im Steinhuder Meer ausgesetzt worden. Allein in dem Binnensee wurden rund 150.000 der gefährdeten Wanderfische ausgesetzt, am West- und Ostufer der Elbe sowie in Nebengewässern ließen Fischer und Anglerinnen 144,9 Kilogramm der Jungfische frei - mehr als 400.000 Tiere. Die Jungfische werden als Glasaale bezeichnet, weil sie in diesem Stadium durchscheinend wirken. Der Europäische Aal ist der Fisch des Jahres 2025.
Aal-Bestände sinken
Auch die Landwirtschaftskammer teilte mit, die Aal-Bestände seien überall in Europa «seit Jahrzehnten erheblich zurückgegangen». Allerdings: In einigen Gewässern gebe es einen leichten Aufwärtstrend. Gründe für den Rückgang gebe es einige, darunter klimatische Veränderungen, die Fischerei, Parasiten, natürliche Feinde wie Kormorane - und Wasserbauwerke, die die Wanderungen der Aale störten oder sogar vollständig verhinderten.
Nach Angaben der Kammer werden die Tiere als winzige Glasaale an der französischen Atlantikküste gefangen und nach Bleckede im Landkreis Lüneburg gebracht. Aus der Elbe könnten die erwachsenen Aale zu ihrem Laichgebiet in der Sargassosee östlich von Florida schwimmen. Mit dem Wehr in Geesthacht gebe es auf dem Weg zum Meer nur ein Absperrbauwerk - ohne Wasserkraft und Turbinen.
Geheimnisvolle Aale
Das Laichen der Tiere sei bisher nicht beobachtet worden, teilte die Kammer mit. Auch die Lebensweise der Larven während ihrer Zeit im Golfstrom sei unklar. Fest stehe, dass durchsichtige, weidenblattartige Larven nach Osten drifteten und nach zwei bis drei Jahren die europäischen Küsten erreichten - dort entwickelten sie sich zu Glasaalen. Die Oberläufe der Flüsse seien ihre Aufwuchsgebiete, die sie nach sechs bis zwölf Jahren als erwachsene Aale verließen, um zu ihrem Laichgebiet zu wandern.
Die Kosten der Aktion liegen in diesem Jahr bei 40.000 Euro, wie die Landwirtschaftskammer mitteilte. 60 Prozent der Kosten werden vom Europäischen Meeres-, Fischerei- und Aquakulturfonds (EMFAF) sowie vom Land Niedersachsen getragen. Den verbleibenden Eigenanteil von 40 Prozent erbringt der Verein für Fischerei- und Gewässerschutz im Landkreis Lüneburg. Erfolge dürften sich demnach erst in einigen Jahren zeigen.
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