Beim VfL Wolfsburg genießt man nach dem 1:0 (0:0) bei Hannover 96 ein ganz neues Gefühl: den Teamgeist. Jahrelang litt der Volkswagen-Club unter enttäuschten Erwartungen, falsch zusammengestellten Kadern und belasteten Innenverhältnissen. Der Abstieg aus der Fußball-Bundesliga war in diesem Sommer das Ergebnis einer längeren Fehlentwicklung.
Nach dem Sieg in Hannover drang aber ein minutenlanger Jubel aus der VfL-Kabine. Der späte Siegtorschütze Fabian Reese brach deshalb sogar alle Interviews ab («Ich muss mich entschuldigen. Ich möchte jetzt in die Kabine»).
Am Beispiel seines späten Elfmeter-Treffers in der 87. Minute hatte der prominente Neueinkauf von Hertha BSC aber vorher noch erzählt, was diese völlig neu formierte Wolfsburger Mannschaft aber offensichtlich ausmacht: «Robert Glatzel kommt erst zur Halbzeit rein, spielt nicht in der Startelf, holt den Elfmeter raus, gibt ihn mir - und wir jubeln zusammen. Das ist der Weg, der uns stark machen muss», sagte Reese. «Ich glaube, das ist gerade das, was uns durch die ersten Wochen getragen hat: Es geht nicht darum, wer die Tore schießt. Es geht darum: Das Team ist der Star!»