448,9 Kilometer. Ungefähr so lang ist der Weg von Duisburg bis nach Kiel. Mit dem Auto braucht man dafür etwa fünfeinhalb Stunden, mit dem Fahrrad mindestens einen ganzen Tag - wenn man es denn schafft. Und zu Fuß? Im besten Fall 67 Stunden. Jedenfalls legte der Ultraläufer Kim Gottwald die Distanz in dieser Zeit beim Last Soul Ultra-Rennen im vergangenen Jahr zurück. Ohne längere Pause, so ziemlich ohne Schlaf.
Der Wettbewerb gehört zu den sogenannten Backyard-Ultras: In dem Lauf-Format starten Athleten zu jeder vollen Stunde in eine 6,7 Kilometer lange Runde. Wer vor 60 Minuten fertig ist, darf in der Restzeit essen, ein Nickerchen machen oder sich sonst wie erholen. Pünktlich zur nächsten Runde müssen alle wieder an der Startlinie stehen – sonst ist man ausgeschieden. Klingt machbar? Vielleicht für die ersten Runden. Der Haken: Gelaufen wird so lange, bis nur noch einer steht. Das Rennen kann sich so über Tage ziehen.
In diesem Jahr bimmelte die Glocke zum Beginn des Last Soul Ultras am 14. August ohne den Titelverteidiger Gottwald. «Ich würde lügen, würde ich sagen, ich würde nicht gerne mitlaufen», sagt der 23-Jährige. Wegen einer nicht komplett verheilten Verletzung entschied er sich gegen die Teilnahme an der zweiten Ausgabe des Rennens, das er selbst mit initiiert hat.