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Löw über Özils Rücktritts-Erklärung: «Nie gelesen»

Joachim Löw holte Mesut Özil in die Nationalmannschaft. (Archivbild) / Foto: Christian Charisius/dpa
Joachim Löw holte Mesut Özil in die Nationalmannschaft. (Archivbild) / Foto: Christian Charisius/dpa

Nach dem Foto mit dem türkischen Präsidenten und dem WM-Aus erklärt Mesut Özil 2018 seinen DFB-Rücktritt. «Nachvollziehbar», sagt Bierhoff in einer neuen ZDF-Doku. Löw verrät, warum er enttäuscht war.

Rund acht Jahre nach dem Bruch zwischen dem früheren Nationalspieler Mesut Özil und dem Deutschen Fußball-Bund hat sich der damalige Bundestrainer Joachim Löw zu Özils Rücktrittsschreiben geäußert. «Die ganze Presseerklärung und die Gründe habe ich nie gelesen. Weil erstens war mir das zu lang und zweitens war ich in dem Moment enttäuscht, weil ich's eigentlich nicht von ihm persönlich gehört habe», sagte Löw in der ZDF-Doku «Mesut Özil – zu Gast bei Freunden».

Dass Özil auch dem jüngsten Treffen der Rio-Weltmeister von 2014 ferngeblieben war, nannte Löw schade. «Der Mesut lebt jetzt in der Türkei, ist weniger in Deutschland oder äußerst selten», berichtete Löw und bezeichnete Özil als «einen der besten Nationalspieler, den Deutschland je hatte». Der damalige DFB-Manager Oliver Bierhoff vermutet, dass Özil einen klaren Schlussstrich ziehen und die Brücken nach Deutschland abbrechen wolle.

Altintop: «Keiner kennt ihn»

Ab dem 20. März ist der ZDF-Dreiteiler über Özil in der Mediathek zu sehen, im TV läuft die erste Folge am 31. März (20.15 Uhr). Özil hat Interviewanfragen für die Doku nach Senderangaben abgelehnt. Auch auf dpa-Anfrage gab es keine Antwort.

«Mesut ist einfach nur verletzt, weil er nicht die Geborgenheit von dem Land bekommen hat, wo er Weltmeister geworden ist», berichtete sein langjähriger Weggefährte und Vertrauter Hamit Altintop und stellte klar: «Keiner kennt ihn.»

Özil-Berater äußert sich zum Rücktrittsschreiben

Nach Stationen bei Rot-Weiß Essen, dem FC Schalke 04 und Werder Bremen entwickelte sich Özil spätestens bei Real Madrid zum Ausnahmefußballer. Der gebürtige Gelsenkirchener wurde zum Symbol eines vielfältigen (Fußball-) Deutschlands. Nach dem umstrittenen Foto mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan schlug die Stimmung 2018 um. Aus dem einstigen Helden wurde endgültig eine umstrittene Reizfigur.

Nach dem historischen Vorrunden-Aus bei der WM 2018 erklärte Özil in einem dreiteiligen Post seinen Rücktritt aus der Nationalmannschaft und beklagte Rassismus. DFB-Verantwortliche wiesen den Vorwurf stets zurück. «Für Mesut war von Anfang an klar: Wir müssen uns für nichts entschuldigen. Wir haben nichts Falsches gemacht. Ich sehe den Präsidenten fast jedes Jahr», berichtete sein früherer Berater Erkut Sögüt und verriet über das Rücktrittsschreiben auf Englisch: «Das war die Art und Weise, wie er das haben wollte.»

Bierhoff findet Rücktritt «vollkommen nachvollziehbar»

Bierhoff nannte den Rücktritt in der Doku «vollkommen nachvollziehbar». «Das Nachtreten finde ich halt nicht gut. Ich hätte nicht gedacht, dass er so harte Worte findet. Dass er so gegen den Verband schlägt, weil man natürlich schon auch abstrahieren muss zwischen Verband und einzelnen Personen», befand der 57-Jährige.

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