Der Paderborner Erzbischof Hans-Josef Becker, seit 2022 im Ruhestand, hat sich nach der Vorstellung einer Studie zum sexuellen Missbrauch in der katholischen Kirche geäußert. «Wo mein Handeln auch in späterer Verantwortung dazu beigetragen hat, dass Betroffene nicht ausreichend gesehen, geschützt oder ernst genommen wurden, bitte ich dafür um Entschuldigung», ließ Becker über die Pressestelle des Erzbistums mitteilen.
Die am vergangenen Donnerstag vorgestellte unabhängige Studie der Uni Paderborn hatte die Zeit von 1941 bis 2002 untersucht. Über diesen Zeitraum waren die Kardinäle Lorenz Jaeger (1892-1975) und Johannes Joachim Degenhardt (1926-2002) im Amt. Unter Degenhardt war Becker von 1995 bis 1999 Personaldezernent des Erzbistums.
«Die Studie beleuchtet damit einen Abschnitt der Geschichte unseres Erzbistums, in dem auch ich bereits leitend Verantwortung mitgetragen habe», sagte Becker. Die Wissenschaftler hatten herausgefunden, dass es mit 210 deutlich mehr beschuldigte Kleriker und junge Opfer (489) gab, als bislang bekannt.