Der Göttinger Landrat Marcel Riethig (SPD) hat ein Disziplinarverfahren gegen sich selbst beantragt. Hintergrund sind Vorwürfe gegen die Amtsführung des Politikers. Das Disziplinarverfahren solle für eine schnelle und umfassende Aufklärung sorgen, sagte Riethig in einem Video auf seinen Kanälen in den sozialen Medien. Zuvor hatten verschiedene Medien darüber berichtet.
Durch das Verfahren wolle er auch Einblicke in die Vorwürfe erhalten, die er bisher nur aus der Berichterstattung kenne. Riethig sagte in dem Video weiter, er vermute, dass wesentliche Tatsachen verschwiegen worden seien, die die Vorwürfe widerlegen würden.
Landrat will nicht erneut für sein Amt kandidieren
Vergangene Woche hatte der Landrat bereits angekündigt, nicht erneut für sein Amt kandidieren zu wollen, wie der SPD-Unterbezirk Göttingen mitgeteilt hatte. Seine Kandidatur für die Landratswahl 2026 sei «unter den gegebenen Umständen politisch nicht aufrechtzuerhalten», wurde Riethig in einer Mitteilung zitiert.
Zuvor war eine Beschwerde gegen die Amtsführung Riethigs bei der Kommunalaufsicht eingegangen, wie das Innenministerium bestätigte. Es soll exemplarisch eine Reihe von Sachverhalten enthalten, die Dienstvergehen belegen sollen. Nach Angaben des Landkreises wurde das eigentlich vertrauliche Dokument unter anderem von den Kreisrätinnen Doreen Fragel (Grüne), Marlies Dornieden (CDU) sowie dem Kreisrat Conrad Finger (SPD) übergeben. Riethig hatte die Vorwürfe zu Vetternwirtschaft und Rechtsverstößen in einem Beitrag auf Facebook zurückgewiesen.
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