Atomkraftgegner im Emsland haben Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) aufgefordert, Geschäfte zwischen der Brennelementefabrik in Lingen und russischen Konzernen zu beenden. «Wir fordern endlich ein klares Stopp-Signal für sämtliche Atom-Kooperationen mit dem Kreml», sagte Alexander Vent vom Bündnis AgiEL – Atomkraftgegner:innen im Emsland.
Anlass der Forderung von Anti-Atomkraft-Initiativen ist eine erwartete Uranlieferung für Lingen, nachdem der russische Frachter «Baltiyskiy 202» am Sonntag aus St. Petersburg kommend in Rotterdam vor Anker gegangen sei. Von dort aus solle die Lieferung per Lkw weiter ins Emsland gehen.
Zudem kritisieren die Anti-Atomkraft-Organisationen Versuche des Betreibers in Lingen, der französische Atomkonzern Framatome, das Ausmaß der Kooperation mit dem russischen Konzern Rosatom herunterzuspielen. So bezieht Framatome nicht nur in wachsendem Ausmaß Uran aus Russland für die Brennelementeherstellung − in 2024 waren die Importe gegenüber 2023 laut niedersächsischem Umweltministerium um 66 Prozent gestiegen. Framatome wolle darüber hinaus sogar die Brennelementeherstellung in Lingen in Zukunft durch ein Joint Venture gemeinsam mit Rosatom vorantreiben.