Kulturstaatsminister Wolfram Weimer hat eine neue Debatte über staatliche Eingriffe in den Kulturbetrieb ausgelöst. Anlass diesmal: Weimer strich wegen «verfassungsschutzrelevanter Erkenntnisse» drei linke Buchläden von der Liste für den Deutschen Buchhandlungspreis. Die Buchbranche zeigt sich tief besorgt, die Opposition beklagt Willkür. Öffentlich ist nicht bekannt, was gegen die drei Läden in Berlin, Bremen und Göttingen vorliegt. Die Betroffenen wollen vor Gericht ziehen.
Damit steht der parteilose Weimer nach der Aufregung um die Berlinale abermals in der Kritik. Wieder geht es im Kern um die Frage, wie sich Institutionen politisch positionieren dürfen, wenn sie staatliche Unterstützung bekommen. Der Deutsche Buchhandlungspreis für etwa 100 besonders engagierte kleine Buchläden ist mit Preisgeldern von 7.000 bis 25.000 Euro auch eine Finanzspritze.