Im Streit um den geplanten Ausschluss der Berliner Bibliothek des Konservatismus (BdK) aus dem Gemeinsamen Bibliotheksverbund (GBV) wächst der Druck auf die niedersächsische Verbundzentrale. 267 Wissenschaftler unterzeichneten bislang einen offenen Brief des Netzwerks Wissenschaftsfreiheit, in dem sie den Schritt des Zusammenschlusses nord- und ostdeutscher Bibliotheken kritisieren.
Unterstützer aus dem konservativen und dem neurechten Lager
Zu den verifizierten Erstunterzeichnern gehören unter anderem Historiker und CDU-Mitglied Andreas Rödder, die Philosophen Reinhard Merkel und Christoph Lütge sowie die Islamforscherin Susanne Schröter. Auch die Wochenzeitung «Junge Freiheit» unterstützt das Schreiben und die BdK. Sie wird dem neurechten Spektrum zugerechnet. Die BdK selbst wird von Experten ebenfalls in diesem Milieu verortet.
Die Wissenschaftler werfen der GBV-Direktorin Regine Stein in dem Brief vor, der Ausschluss stelle einen «schwerwiegenden Eingriff in die Wissenschaftsinfrastruktur und mithin die Wissenschaftsfreiheit» dar. Sie argumentieren, ein Wegfall des Zugangs zum Verbundkatalog mache ihren Bestand nicht mehr digital recherchierbar. Die Bibliothek, die eigenen Angaben zufolge rund 35.000 Titel mit konservativem Schwerpunkt vorhält, nutzt seit Jahren einen GBV-Katalogservice.