Das Oberlandesgericht Celle hat ein Mitglied der libanesischen Schiitenmiliz Hisbollah zu einer mehrjährigen Haftstrafe verurteilt. Ein Strafsenat sprach den 35-Jährigen wegen Mitgliedschaft in einer ausländischen terroristischen Vereinigung, Beihilfe zum versuchten Mord und gewerbsmäßigen Verstoßes gegen ein Embargo der Europäischen Union (EU) schuldig. Der Mann bekam dafür eine Gesamtfreiheitsstrafe von sechs Jahren und sechs Monaten.
Gericht wertet Vorfall als Beihilfe zum versuchten Mord
In den Überresten der dabei eingesetzten Drohne wurden Bauteile gefunden, die der Verurteilte bestellt und geliefert hatte. Menschen seien bei dem Angriff zwar nicht verletzt worden. Das Gericht wertete den Vorfall zulasten des 35-Jährigen dennoch als Beihilfe zum versuchten Mord.
Der Mann war im Sommer 2024 in Salzgitter festgenommen worden und sitzt seitdem in Untersuchungshaft. Die Bundesanwaltschaft hatte im Verfahren eine Freiheitsstrafe von neun Jahren gefordert, die Verteidigung einen Freispruch.
Mann war verdeckt als Einkäufer und Lieferant für Hisbollah tätig
Weil der heute 35-Jährige schon mit drei Jahren seinen Vater verloren hatte, wuchs er im Libanon bei seinem Onkel auf – ein Kommandeur einer Raketeneinheit der Hisbollah. Der zuletzt in Salzgitter wohnhafte Mann bekannte sich nach Ansicht des Gerichts spätestens im Jahr 2016 öffentlich zur Hisbollah.
Bei der Trauerfeier zum Tod seines Onkels war er in militärischer Uniform in den Farben und Symbolen der Miliz zu sehen. Der Wahl-Niedersachse hatte entgegnet, er habe die von Hisbollah-Mitgliedern vorgeschriebene Rede wegen Drucks aus seiner Familie vorgetragen.